spojinovigrb
 
Dienstag, 31 Dezember 2013 01:58

Integration und Zusammenleben aus der Perspektive eines Wiener Studenten

Artikel bewerten
(1 Stimme)

Integration. Was ist Integration? Ist Integration einfach nur das Bereitstellen von Arbeitsplätzen und Wohnungen für Migrantinnen und Migranten? Nein, man muss versuchen Migrantinnen und Migranten zu verstehen. Vielleicht wollten Sie gar nicht aus Ihrem Heimatland wegziehen, wer will schon von dort fortgehen wo man ein schönes Leben geführt hat, seinen Kinder eine Schulausbildung bieten konnte.

Migrant. Das Wort Migrant stammt von dem lateinischen Verb „migrare“ welches „reisen, wandern“ bedeutet. Im Grunde heißt Migrant eigentlich also „Reisender, Wandernder“. Mit den korrekten Vorsilben „Em“ und „Im“ erhält man die Wörter Emigrant für Auswanderer, z.B. aufgrund einer bestimmten Art von Politik oder aus Fremdenfeindlichkeit gegenüber einer bestimmten Bevölkerungsgruppe oder Immigrant für Einwanderer z.B. Flüchtlinge die auf Grund eines Krieges aus Ihrem Heimatland fliehen müssen oder die Befürchtung einer anderen Art von Gewalt zum Opfer zu fallen. Man sollte sich jedenfalls in beiden Fällen im Einwanderungsland integrieren um dort Fuß fassen zu können und von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Integration muss aber beidseitig geschehen und akzeptiert werden. Wenn sich die Immigranten vollends einbringen aber nicht akzeptiert werden, kann es zu Spannungen kommen die zu Vorurteilen führen und diese wiederum in einen Teufelskreis - da dann auf der einen Seite Migranten hinsichtlich Integration demotiviert werden und auf der anderen Seite wird ein falsches Bild über angebliche Integrationsunfähigkeit gebildet.

Zusammenleben. Viele Immigrantinnen und Immigranten mit österreichischer Staatsbürgerschaft leben in Gemeindebauten mit ihren Kindern und Familien. Für viele „alteingesessene“ österreichische Staatsbürger ohne Migrationshintergrund stellt diese neue Situation eine „Gefahr“ dar, da sie nicht wissen wie man damit umgehen soll. Soll man die neue Situation jetzt akzeptieren und sich mit den neuen Nachbarn anfreunden oder soll man auf die Barrikaden steigen und konsequent alles ablehnen was neu ist? Wie das alte Sprichwort: „Was der Bauer nicht kennt frisst er nicht“. Anstatt eines regen kulturellen Austausches bewirft man sich ständig mit Beschimpfungen aller Art. Man könnte zusammen Feste feiern und sich die jeweils anderen Kulturen näher bringen, aber man sieht nur die „Gefahr“ und schaltet auf stur und eine Beschimpfung folgt auf die nächste was wiederum in einen Teufelskreis führt und dannbehauptet man dass sich die Immigranten nicht integrieren wollen.

Bildung. Über die Aus- und Weiterbildung über Personen mit Migrationshintergrund scheiden sich die Geister. Die eine Seite meint dass es an entsprechendem Lehrpersonal fehlt, die anderen sagen, dass wiederum Deutsch eine Kommunikationsbarriere darstellt und wiederum andere meinen, dass alles in Ordnung sei. Meine persönliche Meinung ist, dass Bildung eine Schlüsselrolle für die Integration und das normale Zusammenleben einnimmt. Deutschkurse sollten, zeitlich gesehen, länger dauern, entweder sehr günstig oder gratis angeboten werden. Damit wäre ein großer Stein aus dem Weg geräumt. Zum anderen sollte man bessere Hilfe und Unterstützung für Personen, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, sowohl in der Bildung als auch im öffentlichen Leben anbieten. Letztendlich muss jedoch jeder von uns von sich selbst ausgehen und sich die Frage stellen: „Was habe ich für die Integration und das Zusammenleben getan?“. Besonders gegenüber dem Nachbarn, unabhängig davon ob dieser österreichische, serbische oder andere Wurzeln hat.

 

Autor: Maximilian Graf, Student der Rechtswissenschaften in Wien, ehrenamtlich tätig als Datenschutzbeauftragter im Migrantenverein „Organisation für humanitäre Hilfe“ (serbisch: Srbi za Srbe)

Dieser Artikel erschien in der dritten Ausgabe der Zeitschrift SPOJI! - „DIE RÜCKKEHR – Warum es wichtig ist, dass wir zu unseren Wurzeln und unserem Vaterland zurückkehren?“.

Gelesen 2880 mal Letzte Änderung am Dienstag, 31 Dezember 2013 15:20

HINWEIS: Die Kommentare geben die Meinung deren Autoren wieder und nicht unbedingt die Meinung des Internet Portals www.spoji-magazine.com. Wir bitten die Benutzer Beschimpfungen und andere vulgäre Ausdrücke zu unterlassen. Bei nicht Beachtung der Regeln behält sich das Internet Portal www.spoji-magazine.com das Recht Kommentare ohne Ankündigung und Erklärung zu löschen.

0
Erweiterungs Beschränkungen Erlaubte Dateierweiterungen: bmp, csv, doc, gif, ico, jpg, jpeg, odg, odp, ods, odt, pdf, png, ppt, rar, txt, xcf, xls, zip 0 / 3
Nutzungsbedingungen.
  • Keine Kommentare gefunden

alleausgaben

PARTNER

Stadt Innsbruck

Kanzlei für die Diaspora - Republik Serbien

SPONSOREN

zoki

Login